Bericht der Lübecker Nachrichten
Geschrieben von Andre Klitzing am Februar 21 2010 19:41:41

Wahlstedt kämpft für die Erweiterung des Feuerwehrhauses


Die Einnahmen der Stadt Wahlstedt reichen hinten und vorne nicht aus, und auch die gedeckelte Kreditaufnahme sorgt für Missstimmung

Wahlstedt – Der starke Abwärtstrend bei den Einnahmen ist zwar gestoppt. Dennoch bleibt die finanzielle Lage nach wie vor angespannt. Stadtkämmerer Martin Ploch rechnete den Mitgliedern des Finanzausschusses jetzt vor, dass der Schuldenberg bis Ende 2010 auf 8,244 Millionen Euro ansteige. Setze sich die Entwicklung so fort, dann würden sich bis Ende 2011 gar 9,3 Millionen auftürmen.
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Wahlstedt kämpft für die Erweiterung des Feuerwehrhauses


Die Einnahmen der Stadt Wahlstedt reichen hinten und vorne nicht aus, und auch die gedeckelte Kreditaufnahme sorgt für Missstimmung

Wahlstedt – Der starke Abwärtstrend bei den Einnahmen ist zwar gestoppt. Dennoch bleibt die finanzielle Lage nach wie vor angespannt. Stadtkämmerer Martin Ploch rechnete den Mitgliedern des Finanzausschusses jetzt vor, dass der Schuldenberg bis Ende 2010 auf 8,244 Millionen Euro ansteige. Setze sich die Entwicklung so fort, dann würden sich bis Ende 2011 gar 9,3 Millionen auftürmen.


Das bedeute eine Pro-Kopf-Verschuldung von 1000 Euro, so der Kämmerer: „Damit spielen wir in Sachen Schulden in der Oberliga mit.“ Die Politiker seien dafür jedoch nicht allein verantwortlich, betonte Rolf Meenen (CDU) in der Sitzung am Montag und erntete dafür fraktionsübergreifend Zustimmung: „Wir sind die letzten in der Schlange. Wir werden drangsaliert. Wenn das so weitergeht, dann können wir dichtmachen. Lasst das doch einen Insolvenzverwalter machen.“

Nützen wird das herzlich wenig, denn die Stadt muss weiter Schulden machen, um wichtige Vorhaben zu realisieren. Ursprünglich hatte die Stadt vorgesehen, sich 2,24 Millionen Euro zu „pumpen“. Grünes Licht gab es von der Kommunalaufsicht des Kreises jedoch nur für 1,4 Millionen. Das bedeutet immerhin, dass Wahlstedt in sein wichtigstes Vorhaben, den Schulbau, sowie den Ausbau von Birken- und Heideweg und in die geplante Anzahlung für ein neues Feuerwehrauto investieren kann. Aber dass die Kommunalaufsicht zugleich die Notbremse gezogen und die Kreditaufnahme der Stadt gedeckelt hat (die LN berichteten), sorgt für Unverständnis bei den Kommunalpolitiker. Denn der dringend erachtete Anbau an das Feuerwehrhaus muss einmal mehr verschoben werden. Zwar gebe es aus vergangenen Jahren einen so genannten Haushaltsausgaberest von 200 000 Euro, mit dem das Projekt begonnen werden könne, doch eine Summe von rund 150 000 Euro bliebe offen. „Wir wollen alles versuchen, um den Anbau zu realisieren“, betonte Meenen. Der jetzige Zustand sei der Wehr nicht mehr zuzumuten.

Die Entscheidung der Kommunalaufsicht, das Feuerwehrauto zu genehmigen, den längst überfälligen Anbau jedoch nicht, entbehre jeder Logik, waren sich im Finanzausschuss alle einig. Und auch Jörg Neubauer wäre es lieber mehr Platz für seine Leute zu haben: „Müsste ich mich zwischen dem Fahrzeug und dem Anbau entscheiden, fiele die Wahl ganz klar auf den Bau“, so Wahlstedts Wehrführer.

„Vielleicht können wir einen Teil aus der Maßnahme im Birken- und Heideweg umschichten und 150 000 Euro davon für das Feuerwehrhaus verwenden“, schlug Meenen vor. Die Verwaltung soll nun beim Kreis anfragen, ob diese Möglichkeit besteht. Außerdem soll der Planungsausschuss beraten.




Bericht: Lübecker Nachrichten v. 17.02.2010 // von Heike Hiltrop

Fotos: Neubauer